Hecke schneiden: wann ist der beste Zeitpunkt?

Nachdem wir euch vor einigen Tagen im Artikel Hecke schneiden: das solltet ihr beachten bereits viele praktische Tipps und Tricks an die Hand gegeben haben, die ihr beim Schneiden von Hecken beachten solltet, wollen wir nun auf das Thema des Zeitpunktes eingehen. Denn das Schneiden von Hecken ist zum einen nicht immer erlaubt und zum anderen auch nicht immer sinnvoll. Wir sagen euch, wie ihr mit dem geringsten Aufwand den größten Effekt erzielt und wann es gesetzlich verboten ist, Hecken zu schneiden.

Kahlschnitt ist nicht immer gestattet

Hecke schneiden wannHecken sind beliebte Nistplätze. Damit die Vögel ihre Jungen in Ruhe ausbrüten und großziehen können, verbietet das Bundesnaturschutzgesetz es, in der Zeit vom 1. März bis 30. September Hecken komplett abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen, also knapp über dem Boden zu kappen. Diese Regelung gilt nicht nur für Hecken, sondern auch für „lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze“. Ein starker Rückschnitt für eine Umgestaltung des Gartens ist in diesem Zeitraum also per Gesetz verboten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es nicht möglich ist, Hecken zu stutzen und in Form zu schneiden. Dies könnt ihr generell das gesamte Jahr über machen. Hier müsst ihr euch an keine gesetzlichen Vorschriften halten. Allerdings solltet ihr vor Beginn der Arbeit die Hecke gründlich durchforsten und durchsuchen, um sicherzugehen, dass aktuell keine Vögel darin brüten. Hierauf solltet ihr Rücksicht nehmen und diese bei der Aufzucht ihrer Jungen nicht zu sehr stören.

Wann die Hecke schneiden?

Wollt ihr keinen Kahlschnitt machen, sondern die Hecke nur in Form bringen, könnt ihr dies wie gesagt zu jederzeit machen. Aber wann ist der beste Zeitpunkt? Wir empfehlen euch, mit dem ersten Schnitt bis zum Johannistag zu warten. Dieser ist am 24. Juni, also in Kürze. Zu diesem Zeitpunkt haben die Heckenpflanzen den sogenannten Johannistrieb bereits ausgebildet, es ist das Ende der Hauptwachstumsphase der Pflanzen. Schneidet ihr die Büsche und Hecken erst dann, bleibt der Heckenschnitt länger erhalten, ohne dass die Pflanzen schnell und erneut wieder verwuchern und aus dem Kraut schießen. Somit spart ihr euch Arbeit und profitiert lange von einer schön in Form geschnittenen Hecke.

Ein weiterer Vorteil des Zeitpunktes Ende Juni ist, dass bis dahin die heimischen Vogelarten in der Regel ihre Brutpflege, die im Mai und Juni erfolgt, schon abgeschlossen haben. Somit stört ihr sie nicht. Dennoch solltet ihr auch dann nicht den Kontrollblick ins Innere der Hecke auslassen, um sicherzustellen, dass wirklich keine Jungvögel mehr in den Nestern sitzen und sich somit keine nistenden Vögel mehr in der Hecke befinden. Haben sich hingegen kahle oder braune Stellen über den Winter gebildet, solltet ihr diese bereits im Februar oder März ausreinigen.

Wie oft Hecke schneiden?

Wie oft ihr eure Hecken schneidet, hängt von vielen Faktoren ab. Zum einen ist natürlich maßgeblich, wie akkurat und ordentlich ihr diese geschnitten haben wollt und wie weit ihr sie beim letzten Schnitt zurückgestutzt habt. Und zum zweiten ist natürlich auch die Gehölzart entscheidend, denn einige wachsen eben schneller und andere langsamer. Junge Gehölze müssen zudem öfter geschnitten werden (bis zu 4-mal pro Jahr ist nicht ungewöhnlich). Meist genügt es bei jungen Pflanzen aber, einzelne Zweige mit der Astschere zu kappen, um so die gewünschte Wuchsform der Hecke herauszuarbeiten.

Bei den meisten Hecken (z. B. Lebensbaum, Hain- und Rotbuche, Liguster, Berberitze, Scheinzypresse) reicht ein Rückschnitt im Jahr. Bei Feldahorn und Eibe sind in der Regel zwei Schnitte pro Jahr ausreichend. Der Buchsbaum muss beim Formschnitt hingegen noch öfter gestutzt werden. Bedenkt zudem, dass dieser sowie andere Strauchhecken wie Liguster oder Leyland-Zypresse nur bis August geschnitten werden sollten. Die Triebe müssen sich nämlich anschließend erst wieder ausbilden. Haben sie hierfür nicht genug Zeit, bevor der Winter kommt, können sie im Winter einfrieren und so den Winter nicht erfolgreich überstehen.

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